Stolpersteine nach der Verlegung zum Gedenken an jüdische Bürger

14. 6. 2024: In Hofheim i. UFr. wird ein steinerner Rucksack aufgestellt, der Teil des partizipativen Mahnmals DenkOrt Deportationen ist. Vor dem Würzburger Hauptbahnhof, von wo aus zwischen 1941 und 1943 die meisten Transporte aus dem damaligen Gau Mainfranken in die Vernichtungslager und ins KZ Theresienstadt abgingen, stehen Gepäckstücke aus Stein, Metall, Keramik. Jedes dieser Gepäckstücke trägt den Namen einer Gemeinde in Unterfranken; ein Duplikat des jeweiligen Gepäckstücks steht in der Herkunftsgemeinde der Opfer.


Bürgermeister Bergmann enthüllte das Denkmal; unser Verein sorgte für die Gestaltung der Feier. Künstlerische Höhepunkte waren die musikalische Begleitung durch den Saxophonisten Anton Mangold und die eindrucksvolle Gehwegkalligrafie der Hofheimer Künstlerin Melina Müller: Zwischen Marktplatz und dem ehemaligen Bahnhof, wo der Rucksack seinen Platz gefunden hat, wurden die Gehwege mit den Namen jüdischer Bürger bemalt, die einst in Hofheim lebten. 

Die Veranstaltung wurde unterstützt von Rotary Club Haßfurt und Lions Club Haßberge.

 Am Vortag: Melina Müller beschriftet die Gehwege der Bahnhofstraße  

 Von links: Anton Mangold, Landrat Wilhelm Schneider, Dr. Alex Klubertanz, Bürgermeister Alexander Bergmann 

 Michael Stolz vom Verein DenkOrt Deportationen 

 Stadtarchivar Hans Reuscher, Bürgermeister Alexander Bergmann 

 Vor der Enthüllung am ehemaligen Bahnhof 

 Die Kirchenvertreter: Pfarrer Manuel Vetter, Dekanin Anne Salzbrenner 

Fotos: Ulrike Carl

Am 11. 11. 2023 fand die zweite Verlegung von Stolpersteinen in Haßfurt statt. Vor dem Anwesen Anstaltsgäßchen 2 wurden Steine für die Geschwister Babette und Löb Lonnerstädter verlegt, vor dem Haus Zwerchmaingasse 11 Steine für die Geschwister Babette und Julius Goldmann. (mehr)

Klaus Neubert, Alexander Stöhr (Gitarre) und Dr. Heiner Goschenhofer (Bratsche) untermalten die Feier musikalisch. Beim anschließenden Empfang im Evangelischen Gemeindehaus las die Übersetzerin Olga Geisler Gedichte von Opfern des NS-Regimes.

Die Verlegung wurde unterstützt von der Stiftung der Sparkasse Ostunterfranken und avm-institute Bamberg.

 Stolpersteine für die Geschwister Lonnerstädter am Anstaltsgäßchen 2 

 Klaus Neubert und Alexander Stöhr 

 Dr. Alex Klubertanz begrüßt die Anwesenden 

 Stadträtin Kim Davey spricht zu den Anwesenden 

 Gunter Demnig beim Verlegen der Stolpersteine 

 Stolpersteine für die Geschwister Goldmann 

 Kim Davey, 2. Bgm. Norbert Geier, Anabel Diehm und Niklas Heusinger  

 Dr. Norbert Goschenhofer 

 Olga Geisler liest Gedichte von Holocaustopfern 

Fotos: Ulrike Carl

Film: Ben Surkamp

Am Pfingstmontag 2023 wurden die ersten Stolpersteine vor dem Anwesen Hauptstraße 23 verlegt. Sie sollen an das jüdische Ehepaar Rosenthal erinnern, das zusammen mit dreien seiner fünf Kinder ermordet wurde. Nur den ältesten Geschwistern Hermann und Friedel gelang die Flucht nach England beziehungsweise Palästina. (mehr) 

Rabbinerin Antje Yael Deusel aus Bamberg sprach das Kaddisch, eines der wichtigsten Gebete im Judentum. Eine Schülerin und drei Schüler des Haßfurter Regiomontanus-Gymnasiums trugen Einzelheiten zur Familie Rosenthal vor.

Ganz besonders freuen wir uns, dass es gelungen war, Nachkommen der Haßfurter Rosenthals ausfindig zu machen. Zusammen mit seiner Ehefrau Bina und seinen Söhnen Charles und Akiva reiste aus England Meir Rosenthal an, der Sohn des damals auf die Insel geflüchteten Hermann.  Bina Rosenthal verlas eine Grußbotschaft, die von den in Israel lebenden Nachfahren Friedels initiiert worden war: »Lasst das Stolperstein-Projekt zu einer Quelle der Zufriedenheit für unsere Vorfahren im Himmel sein und eine Erinnerung für uns und weitere Generationen, dass niemals mehr solch Versagen wie in der Vergangenheit wieder passieren wird«.

Bürgermeister Günther Werner begrüßte die Anwesenden und warnte in seiner Grußbotschaft vor dem Wiedererstarken menschenverachtender Ideologien. Regine Brand (Viola) und Klaus Neubert (Gitarre) untermalten die Feier musikalisch. Die Schauspieler Maike Jansen und Stefan Ferencz aus Hofheim, die sonst mit ihrem mobilen Theater »Pohyb's und Konsorten« durch die Lande reisen, inszenierten eine fiktive Begegnung des Geschwisterpaars Hermann und Friedel: Auf einem  Spaziergang zur ehemaligen Synagoge und zum Mahnmal an der Promenade zeigten sie, wie sich die beiden an ihre Jugend in Haßfurt erinnert haben könnten, wenn sie sich in den 60er-Jahren hier noch einmal getroffen hätten (hier zum Nachhören).

Die Verlegung wurde unterstützt von der Raiffeisen-Volksbank Haßberge und der Allianz Main und Haßberge e.V.

 Bürgermeister Werner begrüßt die 200 Anwesenden 

 Gunter Demnig verlegt sieben Steine für die Rosenthals 

Familie Rosenthal: Akiva, Meir, Bina, Charles (v.l.n.r.)

 Regine Brand (Viola) und Klaus Neubert (Gitarre) 

 Schüler des P-Seminars am RMG tragen die Lebensdaten der Opfer vor 

 Bina Rosenthal verliest die Grußbotschaft 

 Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel spricht das Kaddish 

 Maike Jansen und Stefan Ferencz am Beginn ihrer Performance 

 Vor der ehemaligen Synagoge 

 An der Promenade. Vorne: Meir Rosenthal 

 Meir Rosenthal am Mahnmal an der Promenade 

 Empfang im Alten Rathaus 

 Familie Rosenthal vor den Porträts
ihrer ermordeten Angehörigen  

Fotos: Ulrike Carl, Christian Licha

Verein Gründung neugewählter Vorstand

6. 10. 2022: Gründung des Vereins »Stolpersteine Haßberge«. In den Vorstand werden gewählt (von links nach rechts): Jürgen Mohr (Schriftführer), Monika Pfeuffer (Schatzmeisterin), Dr. Alex Klubertanz (Vorsitzender), Kim Davey (stellvertr. Vorsitzende).

Dezember 2021: Erste informelle Initiative zur Verlegung von Stolpersteinen in Haßfurt. Parteien und Kirchen signalisieren Unterstützung.


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