Namen lesen 2025
80. Jahrestag der Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück
Am 30. April 2025 jährt sich zum 80. Mal die Befreiung des Lagers Ravensbrück. Es war von 1939 bis 1945 das größte Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Gebiet (www.ravensbrueck-sbg.de).
Aus diesem Anlass werden am Wochenende vom 3./4. Mai 2025 am »Neuen Gedenkort« in der Nähe des Lagergeländes die Namen aus dem »Gedenkbuch für die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück« verlesen. Einen Tag und durch die Nacht in den nächsten Tag – 24 Stunden. Von Samstag, 3. Mai, um 9:00 Uhr bis Sonntag, 4. Mai, um 9:00 Uhr. Am Sonntag, 4. Mai folgt dann um 10.00 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte. Interessierte sind herzlich dazu einladen vorbeizukommen, mitzulesen, zuzuhören. Einen Moment, eine Weile, den Tag lang, durch die Nacht. Spontan oder geplant.
In Haßfurt hat sich eine »Vorbereitungsgruppe Namen lesen« gebildet, deren Bitte um Weitergabe dieser Informationen der Verein Stolpersteine Haßberge e.V. gern nachkommt. Näheres und Anmeldedaten gibt es unter namenlesen.org.
9. 11., 9:30 Uhr: Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht
Bündnis Demokratie Haßberge und Stolpersteine Haßberge e.V. gedachten der Geschehnisse des 9. November.
Die Teilnehmer trafen sich am Mahnmal an der Promenade. Von hier aus gingen wir zu den drei Stellen, an denen in Haßfurt bereits Stolpersteine liegen: Anstaltsgässchen 2, Zwerchmaingasse 11 und Hauptstraße 23. Wir reinigten die Stolpersteine und erinnerten an die Haßfurter Juden.
Stolpersteine werden wie Pflastersteine bündig im Bürgersteig verlegt, auf der Oberseite haben sie eine ca. 10 x 10 cm große Messingplatte mit eingeschlagenen Lettern. Wer z.B. in Haßfurt die Hauptstraße entlanggeht, kann seit Juni 2023 vor dem Haus Nr. 23 lesen »Hier wohnte Selma Rosenthal, geb. Lonnerstädter, Jahrgang 1885, deportiert 1942, Transit-Ghetto Krasniczyn, ermordet«. Auch ihrer Familienmitglieder Jonas, Cäcilie, Karoline und Therese wird hier gedacht. Kurz innehalten, erinnern, gedanklich stolpern ist das Ziel.
Im Landkreis Haßberge bemüht sich der Verein »Stolpersteine Haßberge« um das angemessene Gedenken und will vermitteln, dass jedes Opfer des Nationalsozialismus einen Namen, eine eigene Geschichte, ein individuelles Schicksal hat – und einen Ort, mitten in unserer Stadt, unserem Dorf, unserer Gemeinschaft. Er erinnert aber auch daran, dass Unterfranken einerseits vor 1938 den größten jüdischen Bevölkerungsanteil in ganz Bayern hatte, andererseits die fränkischen Bezirke Hochburgen des Antisemitismus waren.
Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig gibt es seit einem viertel Jahrhundert. Sie werden in inzwischen 30 Ländern verlegt und gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Stolpersteine Haßberge e.V. ist ein breites Bündnis, getragen von engagierten Bürgern, unterstützt von Einzelpersonen, Glaubensgemeinschaften, Parteien, Verbänden und Organisationen. Jeder Bürger kann eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen (mehr). Und jeder kann sich mit einer Spende und durch Mitarbeit beteiligen.